Testamentsarten

Vorbemerkung

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) kennt folgende Testamentsarten:

1.

Notarielle Testamente (§§ 2231, 2232 BGB)
Notarielle Testamente werden von einem Notar beurkundet.

2.

Eigenhändige Testamente (§§ 2247, 2248 BGB)
Diese Testamente müssen vom Erblasser eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden.

3.

Gemeinschaftliche Testamente (§ 2265 BGB)
Gemeinschaftliche Testamente können nur von Ehepartnern/eingetragenen Lebenspartnern errichtet werden.

a.
Gemeinschaftliche, eigenhändige Testamente (§ 2267 BGB)
Es genügt, dass ein Ehegatte ein Testament in der vorgeschriebenen Form errichtet und der andere Ehegatte das Testament eigenhändig unterzeichnet.
b.
Berliner Testamente (§ 2269 BGB)
In einem solchen Testamente setzen sich die Ehegatten in einem notariellen oder gemeinschaftlichen Testament gegenseitig als Erben ein und bestimmen, dass nach dem Tod des Längerlebenden von ihnen der Nachlass des Letztversterbenden an Dritte (meistens Abkömmlinge) fallen sollen.

 

Ferner werden im BGB noch folgende Testamentsarten erwähnt:

  • Minderjährigen Testamente (§ 2233 Abs. 1 BGB)
  • Testamente leseunkundiger Personen (§ 2233 Abs. 2 BGB)
  • Nottestament vor dem Bürgermeister (§ 2249 BGB)
  • Nottestament vor drei Zeugen (§ 2250 BGB)
  • Nottestament auf See (§ 2251 BGB)

Diese seltenen Testamentsarten werden nachfolgend nicht behandelt, da sie sehr selten in der Praxis vorkommen.

In der Praxis finden sich weitere Testamentsarten, die die Gestaltung von Erbfällen betroffener Personen betreffen, u.a.:

  • „Behindertentestamente“ (richtiger: „Testamente von Eltern von behinderten Kindern“)
  • Testamente für alleinerziehende Väter oder Mütter

Hinweis:
Der Erblasser kann ein Testament nur persönlich errichten (§ 2064 BGB).
Ohne ein Testament oder einen Erbvertrag wird der gesamte Nachlass eines Erblassers nach den Regeln der gesetzlichen Erbfolge verteilt.

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